Schon zu Zeiten der ersten Feuerwehrfahrzeuge, wie Kutschen oder Schubkarren, gab es Sondersignale – laute Rufe oder Trompeten, um die Bevölkerung auf den Einsatz aufmerksam zu machen. Technisch hat sich seitdem viel getan, das Prinzip aber bleibt gleich: Fahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn haben im Straßenverkehr Vorrang und müssen freie Fahrt bekommen.
Viele Autofahrer reagieren jedoch falsch, wenn plötzlich ein Einsatzfahrzeug mit Sondersignal im Rückspiegel auftaucht. Plötzliche Bremsmanöver oder unüberlegtes Rechtsranfahren in eine Seitenstraße können gefährlich sein und das Einsatzfahrzeug behindern. Besser ist:
- Blicken Sie, woher das Sondersignal kommt.
- Versuchen Sie, die Fahrtrichtung des Einsatzfahrzeugs zu erkennen (z. B. am Blinker).
- Fahren Sie rechts an den Fahrbahnrand und blinken Sie dies an.
- Achten Sie darauf, dass auch schwere Fahrzeuge noch passieren können, und beachten Sie den Gegenverkehr.
- Auf Autobahnen gilt bei Stau immer: Rettungsgasse bilden – auf zweispurigen Fahrbahnen in der Mitte, bei mehrspurigen zwischen Überholspur und danebenliegender Spur.
Warum auch nachts Sondersignale wichtig sind
„Nachts will ich in Ruhe schlafen – da könnt ihr ruhig ohne Martinshorn fahren!“
Fühlen Sie sich nachts durch Sondersignale gestört oder wurden Sie schon vom Martinshorn geweckt? Das ist verständlich. Doch unsere Einsatzkräfte dürfen darauf keine Rücksicht nehmen, wenn sie schnell ausrücken müssen, um Menschenleben oder wichtige Sachwerte zu schützen. Das Einschalten von Blaulicht und Martinshorn ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 38 StVO), wenn Wegerechte genutzt werden.
Dieses Gesetz dient nicht dazu, Bürger zu ärgern, sondern soll Sie als Verkehrsteilnehmer schützen. Erkennen Sie das Einsatzfahrzeug frühzeitig, können Sie rechtzeitig reagieren und Unfälle vermeiden. Das gilt nicht nur im Berufsverkehr, sondern auch nachts, wenn scheinbar niemand auf der Straße ist – denn dann ist oft ein tonnenschweres Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit unterwegs, um schnell zu helfen.
Und vielleicht haben Sie auch etwas Verständnis, wenn Sie über folgendes nachdenken: Während Sie sich umdrehen und weiterschlafen können, sind die Einsatzkräfte oft die ganze Nacht im Einsatz – um Menschenleben zu retten. Wenn Sie selbst einmal Hilfe brauchen, sind Sie sicher froh, wenn alles schnell klappt – auch wenn dafür andere kurz wach werden.